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Malawi liegt zwischen Mozambique im Osten und Süden, Sambia im Westen und Tansania im Norden. Es hat etwa soviel Fläche wie die neuen Bundesländer, wovon aber 1/4 die Wasserfläche des Lake Malawi einnimmt - berühmt und geschützt wegen seiner Vielfalt an Fischen. So ist das kleine Land mit seinen 12 Millionen Einwohnern schon relativ dicht besiedelt, zu dicht für ein Agrarland, in dem der Hauptteil der Nahrungsmittelproduktion mit Hacke und Hand erwirtschaftet wird. Das Land zählt folglich zu den sieben ärmsten der Welt, dem Gegenstück zu den G7. Daran wird sich, so wünschenswert das auch wäre, wohl so schnell nichts ändern. Von den Problemen mit denen das Land ringt, seien nur einige genannt: Das Bevölkerungswachstum gehört zu den schnellsten in der Welt. Daran ändert auch eine Durchseuchung der Bevölkerung mit HIV von 30% nichts, da vor allem die 30 bis 45-Jährigen an AIDS sterben, was
der Ökonomie des Landes den Rest gibt. Hinzu kommen gewaltige ökologische Probleme, den jede Familie braucht dreimal am Tag Feuerholz, um den Maisbrei, das fast einzige Nahrungsmittel zu kochen. Die Entwaldung des Landes, somit eine direkte Folge der Übervölkerung, hat bereits ein Ausmaß erreicht, wo die Bodenerosion die ohnehin kargen Erträge der Bauern weiter verringert, und hier schließt sich ein Teufelskreis. In die Schlagzeilen der Medien kommt Malawi nur selten. Der Hunger ist chronisch, beginnt jedes Jahr in der Adventszeit und reicht bis zur Ernte im April. Dass er jedes Jahr etwas früher beginnt und einen größeren Teil der Bevölkerung betrifft, ist für eine Meldung nicht spektakulär genug. Zum Glück sind die Malawis beeindruckend geduldige Menschen, erfahrene Überlebenskünstler, klug genug wenigstens dafür zu sorgen, dass ihr kleines Land im unruhigen Schwarzafrika bisher noch im
mer ein Oase des Friedens war, wodurch Schlagzeilen wiederum vermieden wurden.
Für Gesundheit kann das Land 2 US $ pro Jahr und Kopf der Bevölkerung ausgeben. Wo 85% der Bevölkerung kein Arbeitsverhältnis haben, kann es auch keine Sozialversicherung geben.
Das Zomba Central Hospital, an dem ich von 1995 bis 1998 die Chirurgische Abteilung geleitet habe, hat für seine rd. 340 Betten mit einer Bettenauslastung von 180% (!) ein Jahresbudget von theoretisch umgerechnet 500 000 DM pro Jahr. Oft ist aber die Staatskasse wirklich oder vorgeblich leer und die monatlichen Zahlungen aus der Hauptstadt bleiben aus.
Als ich die ersten Briefe aus Zomba geschrieben hatte, und mich dann auch einige Freunde besuchten, wurde die Idee zum "Zomba Hospital Projekt e.V." geboren. Berührt vom Gesehenen und Gehörten wollten sie in Jena etwas tun, direkt und persönlich helfen. Ehrenamtlich, ohne Verwaltungsverluste, im direkten Kontakt mit dem Personal in diesem Krankenhaus das möglich machen, was hier wenig und dort schon sehr viel ist. "Hilfe die ankommt" hieß die Überschrift unseres ersten Faltblattes. Es begann mit einem Container, daraus wurde vor Ort eine kleine Wachstation und ein Endoskopieeinheit. Nun kommen fast jedes Jahr Schwestern und Kliniker aus Zomba nach Jena. Obwohl ich seit August 1998 wieder in Jena arbeite, ist der Kontakt zum Zomba Hospital nicht abgerissen. Mir fällt kaum ein Monat seit dem ein, in dem nicht ein Malawi in Jena oder einer von uns in Zomba war. Es gibt Konflikte, Missverständnisse, Fehlschläge und es gibt viele kl
uge Argumente gegen das was wir tun. Woran will man Entwicklung und Erfolg messen und wann ist überhaupt ein "messbares" Ergebnis zu erwarten?
Was für mich zählt, ist, dass wir heute von diesem Hospital nicht wieder los kommen! Obwohl wir an verschiedenen Enden dieser Welt leben, sind wir uns nicht gleichgültig. Afrika hat ein Gesicht bekommen und einen Namen für uns, und Jena/Germany für viele im Zomba Hospital. Ja "wir haben ein Hospital in Afrika ...". Bitte schreiben Sie weiter mit an dieser Geschichte!
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