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»Wo die Sonne sich wie Feuer im Wasser bricht«

der Malawisee bedeckt knapp ein Viertel der Oberfläche des Landes

Lake Malawi
 

Malawi ist ein Binnenland im südlichen Afrika, das mit der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialverwaltung 1964 (damals Nyasaland) seinen jetzigen Namen erhielt. Dieser steht für den gleichnamigen See, der als drittgrößter See Afrikas fast die gesamte Ostgrenze des Landes bildet und bedeutet übersetzt »der See, in dem sich die Sonne wie Feuer im Wasser spiegelt«. Durchzogen von Gebirgsketten, herrscht in weiten Teilen des Landes ein feuchtes Klima, in dem eine reiche und reizvolle Vegetation gedeihen kann. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur kann sich Malawi ohne internationale Hilfe nicht ausreichend ernähren; die wirtschaftlichen Daten zeigen einen negativen Trend. Dank ausgeglichener ethnischer Verhältnisse ist die politische Lage aber relativ stabil; erstmals fanden 1994 demokratische Wahlen statt. In seiner Größe mit dem Gebiet der Neuen Bundesländer vergleichbar, leben in Malawi derzeit etwa elf Millionen Menschen; 50% von ihnen sind Kinder unter 14 Jahren. Damit verzeichnet das Land eine der höchsten Bevölkerungswachstumsraten auf der Welt, die Ausgangspunkt für die erschreckenden Gesundheitsdaten ist: bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 43 Jahren bringt jede Frau etwa acht Kinder zur Welt. Die Säuglingssterblichkeit beträgt 142 pro 1000 Geburten. Mit einer Alphabetisierungsrate von 40% unterscheidet sich Malawi kaum von den benachbarten afrikanischen Staaten. Das dramatische Bevölkerungswachstum könnte auf noch schlimmere Weise durch das größte Gesundheitsproblem des in Malawi gestoppt werden: AIDS. Etwa 10% der erwachsenen Landbevölkerung und 30% der Städter sind HIV-positiv. Zwar war 1994 erstmals keine Zunahme der Zahl der Neuinfektionen zu verzeichnen, aber die Natur der Krankheit bedingt, dass die menschliche und soziale Tragödie erst ihrem Höhepunkt zustrebt. Derzeit sterben jährlich etwa eine Viertelmillionen Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit. Für 2004 wird erwartet, dass drei von vier Todesfällen in Malawi auf AIDS zurückzuführen sein werden.

 

Malawi zählt zu den am dichtesten besiedelten Ländern des subsaharischen Afrika
Eine Frau bringt durchschnittlich 8 Kinder zur Welt
 

Zomba und sein Krankenhaus

Zomba war unter britischer Herrschaft und in den ersten Jahren der Unabhängigkeit die Hauptstadt Malawis. Noch heute ist die Stadt Sitz des Parlaments und einer von drei Universitäten des Landes. Zur Zeit dürfte Zomba etwa 80000 Einwohner bei einem Bevölkerungswachstum von mindestens 5% haben. Im umliegenden Gebiet leben nochmals ca. 650000 Menschen, für die das Zomba-Hospital das einzige Distriktkrankenhaus ist. Es hat 326 Betten, die zu 184% ausgelastet sind. Von den jährlich etwa 17000 aufgenommenen Patienten sterben durchschnittlich 1000 (6%). Unter den nur anhand klinischer Kriterien festgestellten Todesursachen führen Unterernährung und Malaria mit jeweils rund 20%, gefolgt von "Blutarmut" (15%), Lungenentzündung (14%) und Durchfallerkrankungen (9%). Zunehmend sind diese Krankheitsbilder erahnte, aber nicht erkannte Symptome der Immunschwächekrankheit AIDS. Im Zomba-Hospital muss schon jetzt davon ausgegangen werden, dass zwei von drei Patienten zumindest HIV-positiv sind.

Die Leitung des Krankenhauses obliegt einem malawischen Arzt. Der größte Teil der ärztlichen Tätigkeit wird von den sogenannten Clinical Officers ausgeführt, die eine vierjährige Fachschulausbildung haben. In der Chirurgischen- und der Kinderabteilung, seit kurzem auch in der Gynäkologie und Geburtshilfe, werden sie von ausländischen Fachärzten unterstützt; in den anderen Abteilungen kann eine ärztliche Betreuung nicht gewährleistet werden. Ein großes Problem ist der Mangel an Krankenschwestern; für die 326 Betten stehen 24 Schwestern zur Verfügung, deren Einsetzbarkeit aber zusätzlich durch die malawische Geburtenrate reduziert wird. So betreut z.B. üblicherweise eine Schwester pro Schicht 80 chirurgische Patienten oder 100 chirurgische und gynäkologische Patientinnen. Für die schwerkranken oder operierten Patienten steht eine kleine Wachstation mit 5 Betten zur Verfügung, die wesentlich durch unseren Verein unterstützt wird.

 

Blick auf die Chirurgische Station
 
letzte Änderung: 16.07.2007