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Zomba und sein Krankenhaus
Zomba war unter britischer Herrschaft und in den ersten Jahren der
Unabhängigkeit die Hauptstadt Malawis. Noch heute ist die Stadt Sitz
des Parlaments und einer von drei Universitäten des Landes. Zur Zeit
dürfte Zomba etwa 80000 Einwohner bei einem Bevölkerungswachstum von
mindestens 5% haben. Im umliegenden Gebiet leben nochmals ca. 650000
Menschen, für die das Zomba-Hospital das einzige Distriktkrankenhaus
ist. Es hat 326 Betten, die zu 184% ausgelastet sind. Von den jährlich
etwa 17000 aufgenommenen Patienten sterben durchschnittlich 1000 (6%).
Unter den nur anhand klinischer Kriterien festgestellten Todesursachen
führen Unterernährung und Malaria mit jeweils rund 20%, gefolgt von
"Blutarmut" (15%), Lungenentzündung (14%) und Durchfallerkrankungen (9%).
Zunehmend sind diese Krankheitsbilder erahnte, aber nicht erkannte
Symptome der Immunschwächekrankheit AIDS. Im Zomba-Hospital muss schon
jetzt davon ausgegangen werden, dass zwei von drei Patienten zumindest
HIV-positiv sind.
Die Leitung des Krankenhauses obliegt einem malawischen Arzt. Der größte
Teil der ärztlichen Tätigkeit wird von den sogenannten Clinical Officers
ausgeführt, die eine vierjährige Fachschulausbildung haben. In der
Chirurgischen- und der Kinderabteilung, seit kurzem auch in der
Gynäkologie und Geburtshilfe, werden sie von ausländischen Fachärzten
unterstützt; in den anderen Abteilungen kann eine ärztliche Betreuung
nicht gewährleistet werden. Ein großes Problem ist der Mangel an
Krankenschwestern; für die 326 Betten stehen 24 Schwestern zur Verfügung,
deren Einsetzbarkeit aber zusätzlich durch die malawische Geburtenrate
reduziert wird. So betreut z.B. üblicherweise eine Schwester pro
Schicht 80 chirurgische Patienten oder 100 chirurgische und
gynäkologische Patientinnen. Für die schwerkranken oder operierten
Patienten steht eine kleine Wachstation mit 5 Betten zur Verfügung,
die wesentlich durch unseren Verein unterstützt wird.
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